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Unternehmen auf dem Weg von Qype zu Yelp

Heute wird die Bewertungsplattform Qype ihre Pforten schließen und alle Inhalte werden bis Jahresende auf die Plattform des US-amerikanischen Marktführers Yelp migriert. Damit ist der Weg geebnet für ein schnelles Wachstum des ehemaligen Wettbewerbers.

Natürlich gibt es einige Veränderungen für Geschäftsinhaber (ob kostenfreie oder Premium-Accounts), auf eine möchte ich an dieser Stelle eingehen: Wie auf Qype findet eine Gewichtung der Beiträge statt.

Das bedeutet, Beiträge von neuen oder wenig aktiven Mitgliedern gehen durch einen Filter, der über ihre Sichtbarkeit und ihr Gewicht bei der Gesamtauswertung für einen Platz entscheidet.

Das Gute ist – so werden Fakes und Gefälligkeitsbewertungen drastisch reduziert. Das schlechte ist, man kann nicht so effektvoll Fakes und Gefälligkeitsbewertungen platzieren. (mehr …)

es-ist-zeit

Goodbye Qype, willkommen Yelp!

es-ist-zeitJetzt werd‘ ich doch noch etwas sentimental und nostalgisch-wehmütig! Liebes Qype Deutschland, ich habe mich 2006 bei euch angemeldet und beworben als Community Manager. Ihr wolltet mich damals bereits einstellen, aber ich hab mich zunächst für XING AG damals aka OpenBC entschieden.

4 Jahre und rund 200 Beiträge später war es dann soweit: Ich habe in den alten Räumen angefangen, mit dem Paternoster in der Deichstraße (die älteste Straße Hamburg, bekannt geworden als Quelle des großen Brandes. Gewusst?). Es war so urig dort! Und es war schon damals so ein tolles Team.

Seit einem Jahr seid ihr nun „Qype – a Yelp Company“ und trotzdem weht noch der Wind der Begeisterung durch eure Hallen (heute am Rödingsmarkt in bester Gesellschaft von Facebook und Co). Ihr seid mittlerweile ein gutes Team geworden mit den „Yelpies“, und die Mitglieder haben sich an die neue Umgebung gewöhnt. Einige hadern natürlich noch und nicht alle werden umsiedeln.

Alles bleibt anders und neu ist immer fremd.

Aber ich bin sicher, wir Mitglieder werden auch bald die Vorteile von Yelp zu schätzen wissen. Am Ende ist es doch eine große Community geworden, heute ziemlich interkulturell geprägt, aber weiterhin freundlich, offen und vor allem: Mit allem, was eine Bewertungsplattform für die Zukunft braucht.

Wie auch immer, Qype, altes Haus, du wirst mir fehlen! Ich jedenfalls gehe morgen in das Zum Tanzenden Einhorn (Hamburg, aber in anderen Städten gibt es auch mitgliederorganisierte Parties), um deinen Abschied mit anderen Mitgliedern und dem alten und neuen Team zu feiern. Nur um dich kurz darauf, am Donnerstag, im neuen Gewande zu begrüßen. Ich bin auch schon umgemeldet, meine 418 Beiträge wurden migriert, jetzt fehle eigentlich nur noch ich! 😉

Danke an Malte Klauck, Peter Jebsen und die vielen anderen, die diese Gelegenheiten organisiert haben!

EDIT: Wer noch Fragen zu dem Merge hat, wird hier fündig. Auf den Tag genau kann wohl keiner so einen großen Merge einschätzen. Ihr müsst euch mal vorstellen, was da alleine technisch gerade im Hintergrund abläuft. Trotzdem kein Grund zur Panik, die Daten sind morgen nicht plötzlich futsch! Mir hat man jedenfalls auf Nachfrage mitgeteilt:

Vielen Dank für Ihre Kontaktaufnahme.Wir freuen uns riesig, dass die lang erwartete Qype-Migration für Deutschland endlich losgeht. Für die endgültige Überführung aller Fotos und Beiträge müssen wir noch einmal um Ihre Geduld bitten. Bis zum Ende des Jahres sollten alle Beiträge migriert sein.

 

Aus Qype wird Yelp

Was nehmen wir mit?

Blick aus meinem Ex-Qype BüroIn diesen Tagen passiert es: Bewertungen werden nach und nach von Qype auf Yelp gespiegelt, also kopiert. Dieses Vorgehen ist m.E. durch die AGB abgedeckt, wenngleich es da einen Graubereich geben mag.

Mit den Benutzern kann man aus Datenschutzgründen nicht so vorgehen. Sie müssen persönlich der Migration ihres Userprofils zustimmen. Tun sie dies nicht und fehlt demnach die Angabe zu einem Profil bei einem migrierten Beitrag, steht hier lediglich die Info „Qype User“.

Hat ein Qype User sein Profil auch auf Yelp aktiviert, werden die Beiträge natürlich seinem Yelp Account zugeordnet.

Alles freiwillig, schmerzlos, durch wenige Klicks zu bewerkstelligen. Allerdings: Es dauert etwas, da die Profilübertragung manuell durch das fleißige Team in Hamburg geprüft wird.

Was bleibt zurück?

Qype Hauseingang, in unmittelbarer Nachbarschaft von FacebookHier die wichtigsten Änderungen: Die Kommentare, wie auch die Kommentarfunktion als solche, bleibt zurück. Die angelegten Guides werden nicht übernommen. Die Kategorie virtuelle Locations wird es auf Yelp nicht mehr geben.

Trennungsschmerz

Ja, wir waren alle ein wenig Qype. Und wir haben die Plattform irgendwie lieb gewonnen.

Dennoch halte ich die von Spiegel Online und Netzwertig angeführten Wehklagen über die „Unannehmlichkeiten für die User“ für verlogen:

Die Netzwelt, allen voran Spiegel Online, jammert, dass jeder User aktiv zustimmen „muss“, ob er sein Profil mitsamt des Contents migrieren will. Will er das nicht, „muss er Yelp kontaktieren, um sein Profil zu löschen„. Netzwertig tönt in das gleiche Horn: „Nicht nur für Qype-User bringt die Entwicklung Unannehmlichkeiten mit, sondern auch für Gewerbetreibende und Gastronomen. Diese berichten im Yelp-Forum davon, dass ihnen seit dem Umzug der Inhalte von Qype zu Yelp Bewertungen verloren gegangen sind. Yelp nutzt die Gelegenheit augenscheinlich, um ein wenig aufzuräumen.

Dazu muss man wohl sagen, dass bei so einer außerordentlichen Transaktion vieles parallel läuft und es auch zu Verzögerungen und Verlusten kommen kann. Es fallen außerdem Kategorien weg, wie zum Beispiel die virtuellen Plätze. Es wird unerwünschte Dopplungen geben, möglicherweise fallen bei der Migration auch vermehrt Fakes und AGB-Verstöße auf und werden bereinigt. Ich bin überzeugt davon, dass es keine heimlichen Löschaktionen gibt und dass das Team zeitnah alle Usermails beantworten wird. Das alles spricht doch wohl eher FÜR Yelp!

Auf der anderen Seite wird gemeckert, dass Yelp das „so einfach macht„.

Das ist so die typische „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ Haltung. Erstmal dagegen sein, ohne irgendeine sinnvolle Lösung für das Unternehmen aufzuzeigen.

Ja, die dürfen das. Ja, es ist sinnvoll. Und nein, inaktive und widerwillige Usern hat man eh verloren. Warum sollte Yelp einen toten Gaul reiten?

Robert Basic moniert, ob ein Zusammenwachsen in 9 Tagen (bis zu endgültigen Schließung von Qype) möglich ist. Das sicher nicht, aber: In den Augen der aktiven Mitglieder beider Seiten wächst schon seit dem Kauf durch Yelp in 2012 zusammen, was zusammen gehört. Es gab bereits zahlreiche gemeinsame Events, eine starke Kommunikation und ein vorsichtiges sich annähern auf vielen Ebenen.

Die Inhalte sind da und bieten eine solide Basis. Der Wettbewerb ist bereinigt und Yelp stehen jetzt die Türen offen für den weiteren Wachstum im deutschsprachigen Gebiet. Die Kommunikation mit den deutschen Qypern mag in der Kennenlernphase stellenweise ruppelig verlaufen sein, dennoch hat Yelp verstanden und führt den Dialog mit den deutschen Mitgliedern seit einiger Zeit souverän. Das Publikum ist anspruchsvoll: Wer einmal mitgelesen hat im Qype Community Forum weiß, dass hier besonders kritische Online User versammelt sind, Menschen, die mit Wort und Schrift umzugehen vermögen und zum Teil seit 2005 dabei sind und die Entwicklung der Plattform leidenschaftlich begleitet und mitgetragen haben.

Das gemischte Qype/Yelp Team versucht derzeit, alle Fragen zeitnah zu beantworten. Die FAQ sind hier nachzulesen und müssen sicher noch ergänzt werden.

Mir persönlich wird die Marke Qype auch fehlen und dennoch, ich gebe Yelp eine Chance, weil ich sicher bin, dass sich an dem Qualitätsanspruch und an dem hohen Nutzen für mich nichts verändern wird.

Bei für mich wichtige Punkten wie den Suchfunktionen und der Internationalität wird Yelp vermutlich punkten.

Wir werden sehen! Ich wünsche Yelp jedenfalls viel Erfolg und dem Team stahlstarke Nerven für die kommenden Tage!

 

Schlechte Bewertung erhalten? – Keine Panik!

Der Umgang mit Kritik ist nicht immer einfach. Viel unangenehmer wird es allerdings, wenn diese Kritik anonym und schriftlich veröffentlicht wird. Derartige Einträge schaffen es in Suchmaschinen gerne ganz nach oben, nicht gut – wenn dort potentielle Kunden unangenehme Dinge über Ihr Unternehmen erfahren. Aber gehen wir einen Schritt zurück.

Zunächst einmal ein paar Wahrheiten über Kunden und Bewertungen.

Die wohl häufigsten Missverständnisse:

  1. Fiese Bewertungen kommen immer nur von neidischen Wettbewerbern.
  2. Unzufriedene Kunden können ja auch vor Ort was sagen.
  3. Wenn man den Mitarbeiter einer Bewertungsplattform anpöbelt, wird das eigene Anliegend wohlwollend bearbeitet.
  4. Androhungen von Klagen verängstigen Support-Mitarbeiter und beschleunigen das Verfahren.
  5. Premium-Kunden haben immer Vorrang.
  6. Das sind ja alles nur Fake-Bewertungen.

Unzufriedene Kunden schreiben häufig lieber, als dass die den Geschäftsinhaber zur Rede stellen – manchmal wird es ihnen aber auch nicht gerade leicht gemacht, Kritik angemessen zu äußern.

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Bewertungsplattformen – die wohl häufigsten Missverständnisse um das Geschäft mit der Kritik

Der Umgang mit Kritik ist nicht immer einfach. Viel unangenehmer wird es allerdings, wenn diese Kritik anonym und schriftlich veröffentlicht wird.

telefonatDerartige Einträge schaffen es in Suchmaschinen gerne ganz nach oben. Nicht gut – wenn dort potentielle Kunden unangenehme Dinge über Ihr Unternehmen erfahren.

In einem späteren Blogbeitrag werde ich im Detail darauf eingehen, wie man den nun im eigenen Interesse mit  guten Bewertungen und kritischen Beiträgen  umgehen sollte. Aber gehen wir einen Schritt zurück.

Die 10 häufigsten Missverständnisse: (mehr …)

Über das ja du und aber

Über Sommerlöcher und Shitstorms

Ihr seid selbst Schuld, nun gebe ich auch noch mal meinen Senf dazu. Viel gutes wurde bereits darüber geschrieben, es wurde über Manipulation (Kai Thrun) gesprochen und  über die Qualität von Community Management (Benjamin Ellermann) gefachsimpelt. Ich stelle im folgenden ein paar Thesen auf: Shitstorms

  1. dienen dem Sommerloch der Presse
  2. könnten gefaked sein (Alexander Drebs)
  3. schrecken ab
  4. helfen Agenturen, Beratungen und Dienstleistungen zu verkaufen
  5. stellen eine Firma/Brand vor eine kommunikative Herausforderung
  6. fördern Leichen im Keller zu Tage
  7. sind kein juristisches Thema sondern eine Chance
  8. ziehen so schnell vorüber, wie es gekommen ist

Also zunächst einmal, ich spreche lieber von Hyper Engagement (Storms), denn darum geht es in Wirklichkeit. (mehr …)