Social Media – muss das sein?

Oft werde ich gefragt: Social Media für unser Unternehmen – muss das sein? Die Antwort ist: Nein, nicht unbedingt.4d231d9407dd18f1356db69da39be72b Bestimmte Bedingungen sollten erfüllt sein, bevor Sie sich für diesen Weg entscheiden.

In jedem Fall sollte man damit beginnen mitzuverfolgen, was im Social Web über die eigene Firma oder Marke geschrieben wird. Insbesondere Entscheider sollten wissen, was und in welcher Weise über das eigene Unternehmen gesprochen wird.

Vor der Entscheidung für oder wider Social Media sollte das Unternehmen die folgenden Grundsatzfragen klären:

  • Welche Ziele will man erreichen?
  • Sind die soziale Medien für die eigenen Ziele überhaupt relevant?
  • Gibt es Ressourcen (Personal, Budget) für die Social Media Arbeit?
  • Wie kann Social Media in der Organisation aufgehängt werden?

Social Media ist nicht = Facebook!

Das eigene Blog, externe Diskussionsforen, interne Netzwerke, Business Networks (wie XING und LinkedIn) und Bewertungsportale (z.B. Qype.com, Yelp.com, Kununu.com) oder Expertenportale (wie Gutefrage.net oder wer-weiss-was.de) sollten je nach der eigenen Zielsetzung unbedingt in die Betrachtung einbezogen werden.

Ein guter Start sind interne Social Media Guidelines, mit denen man die eigenen Mitarbeiter über das Vorgehen und ihre eigenen Möglichkeiten und Grenzen des Mitwirkens aufklären und schützen kann. Mit den Guidelines werden verbindliche Regeln für die öffentliche Kommunikation aufgestellt.

Entscheidet man sich für Social Media, stellt man sich auf den öffentlichen Dialog, auf mehr Offenheit und Transparenz ein. Dies erfordert zum Teil ein Umdenken und ein modernisieren der eigenen Firmenkultur.

Ein kurzfristiger Upsell ist durch Social Media nicht zu erwarten.

Neben dem erforderlichen Zeit- und Geldressourcen sollten bei der Social Media Arbeit auch crossfunktionale Teams gebildet werden. Diese Arbeit kann die Struktur in de eigenen Unternehmen verändern.

Geeignete Mitarbeiter sollten für diese Tätigkeit speziell geschult werden und den erforderlichen Freiraum für die Gestaltung erhalten. Externe Mitarbeiter müssen zusätzlich in den täglichen Informationsfluss eingebunden werden und Zugang zu relevanten Informationen und Teams erhalten.

Denn, wie Vivian Pein hier im BVCM Blog schreibt: „[…]starre Hierarchien funktionieren nicht im Social Web, denn diese gehen immer zu Ungunsten von Schnelligkeit, einer der Schlüsselfaktoren im Netz. Das fängt schon bei der Informationsverteilung an, wenn eine wichtige Information den hierarchischen Weg nimmt und erst 4 Weiterleitungen später beim Social Media oder Community Manager ankommt, ist es im Ernstfall schon zu spät. Dazu müssen diese Rollen mit ausreichend Entscheidungsbefugnissen ausgestattet sein um im Alltag arbeiten zu können und dies unabhängig von Abteilung und Hierarchieebene.“

Lange Rede, kurzer Sinn: 

  1. Überlegen, was man will
  2. ob man den Dialog mit Kunden oder künftigen Mitarbeitern will und
  3. was und wen man für die Umsetzung braucht und
  4. welche internen, personellen, finanziellen und technischen Grundlagen geschaffen werden müssen.

Zum Abschluss noch mal eine spaßige Betrachtung der „10 Gründe warum Ihr Unternehmen kein Social Media braucht.“ von Torsten Materna.

In diesem Sinne: Einen guten Start in das Jahr 2013 und ins Social Web!

  • Was mir da noch fehlt – der Blick ins eigene Unternehmen. Gibt es da nicht vielleicht schon Mitarbeiter, die selbst Social Media Kanäle nutzen? Und gerne auch bereit sind, wenn ihnen ausreichend Freiheit gelassen wird, den einen oder anderen Kanal voranzutreiben?

    • Ja, das ist sehr wichtig. Die Art der Partizipation kann man ja, wie oben beschrieben, gut im Rahmen von Social Media Guidelines festlegen. Positives Engagement sollte in der Tat auch immer wieder motiviert und gefördert und nicht nur geduldet werden.