Sex sells – aber wollen wir, was wir da wollen?

Jeder kennt das Statement: Sex sells. Natürlich bringen provokative, sexuell eindeutige Hinweise sofort eine größere Anzahl an Klicks. Und immer wieder sitzt ein kleines Männchen auf unserer Schulter und flüstert: „Niveau und Qualität werden sinken!“ Aber tun sie das wirklich? Geschickte Kommunikationsartisten spielen geschickt mit den Mitteln Doppeldeutigkeit, Humor und Andeutungen. Manche wagen zuwenig – wer wagt zu viel?

Wo ist die Grenze in unserer Kultur? Wie ist es bei internationalen Fanseiten und Communities? Bei den Amerikanern sind Nippel verpönt und Bilder von sich küssenden Männern werden gelöscht. Auf allen Businessplattformen achtet man strikt darauf, dass es clean bleibt, „bitte keine Sex- und Datingthemen“. Auf XING werden Gruppen dieser Art nach wie vor strikt abgelehnt. Aber sind nicht gerade Businessplattformen die ideale Plattform zum unverfänglichen kennen lernen und daten? Was nicht soll, darf nicht sein? Oder brauchen wir dieses Deckmäntelchen, um diese Plattformen sorglos nutzen zu können? Fühlen wir Ladies uns in einer so streng regulierten Umgebung sicherer? Ich weiß es nicht.

Als Community Manager weiß ich, dass die Aktivität bei XING durch die Decke gegangen wäre, hätte man sich in dem Business Kontext zu einer Öffnung entschieden. Und ja, man hätte auch Leute vertrieben, eben jene, die eine solche Vermischung strikt ablehnen. Der kurzfristige Erfolg führt möglicherweise mittelfristig zu einem Qualitätsverlust. Es sei denn, man findet geschicktere Lösungen, wie diskrete Applikationen oder abgeschlossene Bereiche für diese Themen. 

Wie seht ihr das?

 

  • crieger

    Nun ich denke Plattformen wie Xing o.ä. werden seit jeher „unter der Hand“ auch als Dating/Casual Dating Plattformen genutzt. Wenn es nicht Öffentlich passiert, dann eben im Verborgenen.

    Abgeschlossene Bereiche könnten da eine gute Idee sein. Dadurch könnte man auch das „Image“ eines solchen Bereiches aufpolieren und es exklusiv halten. Grundsätzlich ist es aber durchaus berechtigt sich die Frage zu stellen: Wie viel Sex geht oder was ist zu viel.
    Grundsätzlich sei zu erwähnen, dass es da ja genug andere Plattformen gibt auch wenn diese eher einen zweifelhaften Ruf haben, was aber grundsätzlich wohl eher an der Profitausrichtung liegt. Denn de facto gibt es im deutschsprachigen Raum keinerlei Plattform die das Thema Sex offen, ehrlich und seriös aufgreift.

    • Naja, du hast schon recht. Wobei man darüber streiten kann, was in diesem Spektrum die Seriosität ausmacht.