Hoaxes und Kettenbriefe auf Facebook

Erst denken, dann klicken!

Tja, was soll ich sagen: Es häuft sich wieder einmal. Hoaxes, Kettenbriefe, Hilfegesuche, Polizeiermittlungen in meiner Facebook-Timeline. Wie soll ich es sagen – es nervt (unabhängig davon, dass ich selbst schon mal auf das eine oder andere hineingefallen bin ;–) ) Dennoch, und das muss man in aller Klarheit sagen: Es geht hier nicht nur um alberne Spielchen, sondern es können wahrhaftig Menschen, Vereine und Firmen massiv geschädigt werden

Nicht jeder Klick ist gut – auch wenn er „gut gemeint“ ist!

Worauf sollte man also achten, um nicht jedesmal drauf reinzufallen, nur um dann öffentlich darauf hingewiesen zu werden?

Wer postet hier was?

So unbequem es ist: Zunächst einmal die beworbene Facebook-Seite genau ansehen (was steht in der Info? Wer steht im Impressum? Oder verschleiert man dies womöglich?). Im Zweifelsfall in Suchmaschinen recherchieren, worum es bei einem Aufruf wirklich geht.

So gerät man beispielsweise über „Gegen Kinderschänder-Seiten“ schnell auf Nazi-Seiten, und wer will die schon unterstützen? Und jetzt mal echt, wer ist den bitte FÜR Kinderschändung? Alleine diese Beizeichnung sollte einen schon aufhorchen lassen: Sie wird nur von einem bestimmten Klientel und seinen blinden Nachplapperern verwenden.

Wie sinnvoll ist die Handlung, zu der ich aufgefordert werde? 

Oftmals wird einem schon klar, dass etwas nicht stimmt, wenn etwas zu absurd klingt. Meistens ist es dann auch, einfach mal mehr dem eigenen Bauchgefühl vertrauen, leider hat sich erwiesen, dass auch schlaue Leute dumme Sachen weiter teilen.

Beispiel Kältebusse: Klar will jeder helfen, und was wäre da naheliegender als solche Aufrufe zu teilen? Aber stopp – damit belastet man den Hilfedienst nur und im Zweifelsfall erfriert einer, weil man denen als 1000. Person auf den Anrufbeantworter gequatscht hat statt den Notarztwagen zu rufen.

Wie realistisch erscheint mir, dass die Douglas-Holding einen 100-Euro-Gutschein für jedes Like auf der eigenen Fanpage erstellt – habt ihr euch mal ausgerechnet, was das bringen und wer das verwalten soll?

Referiert die Info auf die richtige Stelle? 

Wenn die Polizei ermittelt – dann darf die Quelle nur die Polizeistelle sein, wenn ein Tierheim oder Tierschutzverein Tiere anbietet – muss die Quelle auch genau dorthin führen.

Misstrauisch werden sollte man, wenn

  • viele Ausrufungszeichen oder „bitte dringend teilen teilen teilen“ verwendet werden,
  • besonders krasse Bilder veröffentlicht werden,
  • „Privatermittler“ Polizei spielen oder offizielle Gesuche (z.B. der Polizei) noch privat durch Photoshop gepimpt werden,
  • eine komplexes Thema auf ein „hassen“ oder „mitmachen“ reduziert wird
  • die Suche in Suchmaschinen weitere Zweifel aufkommen lässt
  • eine Sache einem besonders absurd erscheint
  • man skandalierende persönliche Nachrichten von Facebook oder fremden Usern bekommt – niemals deren Links anklicken!
Gute weiterführende Quellen:
  1. Alt, aber immer noch aktuell und die beste Quelle für gezielt gesteuerte Falschmeldungen (auch Hoax genannt): Der Hoax-Info-Service der TU Berlin. Zu den hier gelisteten Falschmeldungen können auch die zahlreichen im Internet kursierenden Kettenbriefe gezählt werden.
  2. Auf Facebook sollte man diese Seiten liken: Zuerst denken – dann klicken! Hier findest du aktuelle Fakemeldungen von Mimikama.at. Hier findet ihr auch 2 wundervolle weiterführende Beiträge:
  3. 15 Tipps zum Schutz vor Facebook-Spam, Würmern und schädlichen Links
  4. Welche Spam-Arten gibt es auf Facebook? Gefahren im Vorfeld erkennen
 Alle genannten Stellen nehmen übrigens gerne neue Hinweise entgegen.
Danke für euer Interesse. Bitte ergänzt gerne eure Quellen und Gedanken zu dem Thema!